1. Bericht aus dem Freiwilligendienst in Marokko

Salam aleykum, liebe Gemeinde,

mein Name ist Matthias Franz, ich bin 18 Jahre alt und legte im März diesen Jahres mein Abitur ab. Seit Anfang August mache ich einen “weltwärts”-Freiwilligendienst in Marokko mit der neuwieder Organisation “Eirene”. Im nächsten Jahr darf ich von meiner Arbeit und meinen Erfahrungen in den Ausgaben des “Gemeindelebens” berichten.

Erst einmal möchte ich kurz zusammenfassen, wie ich die ersten drei Monate hier bisher verbracht habe: In der Nacht zum 3.8. landeten meine fünf Mitfreiwilligen und ich in Casablanca. Die ersten Tage verbrachten wir in der Hauptstadt Rabat, bevor wir nach Essaouira fuhren, einer ruhigen Küstenstadt weiter im Süden Marokkos. Hier lebten wir knapp vier Wochen in Gastfamilien und besuchten einen “Darija”-Sprachkurs. “Darija” ist der arabische Dialekt, den in man in Marokko neben Französisch und einigen Berbersprachen spricht. Das Aid Kbir, das Opferfets, markierte das Ende dieser ruhigen Einstiegszeit in Essaouira, denn danach kam ich nach Casablanca zu meiner Einsatzstelle L’Heure Joyeuse, in der ich meinen Freiwilligendienst leiste.

L’Heure Joyeuse” bedeutet übersetzt soviel wie “fröhliche Zeit” oder “fröhliche Stunde”, und ich finde, dass dieser Name sehr gut passt. Die Organisation ist in drei groβen Bereichen tätig: Im pôle santé werden Kleinkinder und ihre Mütter medizinisch betreut. Die Kinder wiegen nicht selten ein bis zwei Kilogramm und werden hier über einen längeren Zeitraum wieder aufgepeppelt. Im pôle formation / insertion werden Jugendliche und junge Erwachsene auf eine Ausbildung vorbereitet oder während einer Ausbildung betreut.

Der pôle education ist der Bereich, in dem ich arbeite, weswegen ich darauf etwas genauer eingehen werde. Kinder aus schwierigen Verhältnissen, die nie in der Schule waren oder irgendwann abgebrochen haben, können bei L’Heure Joyeuse einen inoffiziellen Unterricht besuchen, um wieder in die normale Schule integriert zu werden. Diese Kinder werden danach weiter im besten Fall bis zum Baccalauréat, dem Abitur, betreut. So kommen jeden Tag ungefähr 40 Kinder aus der Grundschule, dem Collège und dem Lycée zum Mittagessen hierher. Danach können sie ihre Hausaufgaben bei L’Heure Joyeuse machen und es gibt Nachhilfeunterricht in verschiedenen Fächern. Wichtig ist, dass die Kinder stark in die Gemeinschaft hier integriert werden und dass man eng mit den Familien arbeitet, um die Hintergründe der Kinder zu kennen und darauf individuell eingehen zu können.

In der ersten Woche arbeitete mich meine Vorfreiwillige ein und zeigte mir die Millionenstadt Casablanca. Da meine erste Arbeitswoche aber auch die erste Woche nach den Sommerferien der Einsatzstelle war, gab es dementsprechend wenig zu tun. Seitdem nahm das Arbeitspensum Woche für Woche zu, und ich denke, dass jetzt ein Punkt erreicht ist, an dem die Arbeit ihren normalen Lauf aufgenommen hat. Bisher habe ich hier und da geholfen, die Kinder betreut, die nichts zu tun hatten, und Berichte geschrieben. Heute beginnt der inoffizielle Unterricht bei L’Heure Joyeuse, der Unterricht in den offiziellen Schulen hat bereits begonnen. Es wird ab jetzt einen Aktivitätenplan geben, und ich plane, einen Percussionkurs anzubieten.

Bisher gefällt mir meine Arbeit hier, denn ich kann mit den Kindern arbeiten und aber auch im Büro administrative Aufgaben übernehmen. Wichtig ist, dass ich meine Französisch-und Darijakenntnisse erweitere, um engeren Kontakt mit den Kinder aufzubauen und um in der Lage zu sein, stärker im administrativen Bereich tätig zu sein. Ich freue mich schon darauf, in den nächsten Ausgaben des “Gemeindelebens” von den Entwicklungen in meiner Einsatzstelle zu berichten.

Zum Schluss möchte ich mich ganz herzlich beim Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde Urmitz-Mülheim bedanken, das mich bei meinem Vorhaben, einen Freiwilligendienst zu leisten, stark unterstützt!

Liebe Grüβe aus Casablanca,

Euer Matthias

Evang. Kirche Urmitz-Mülheim organisiert Zoo-Besuch für Kinder

Zum Abschluss der Sommerferien organisierten Helferinnen und Helfer der evangelischen Kirchengemeinde Urmitz-Mülheim einen Aufenthalt für Kinder im Neuwieder Zoo. Bei herrlichem Sommerwetter wurde dann dieser Nachmittag am 9. August für 15 Schülerinnen und Schüler  im Alter von 7 bis 14 Jahren und ihrer Betreuung zu einem besonderen Erlebnis.

Ausgestattet mit einheitlichen Rucksäcken, auch aus Erkennungszwecken,  in denen sich natürlich Getränke und Proviant befanden, wurde man am Ziel von einer Tierpflegerin empfangen, die bei einem Rundgang Details über Art und Lebensweise der einzelnen Tiere erzählen konnte. Dabei ergaben sich eine Menge von Fragen seitens der Kinder, die auf ein breites Wissen über die Tierwelt bei diesen hinwiesen.

Natürlich kam auch die Freizeitgestaltung nicht zu kurz. Spielplatz, Rutschbahn und nicht zuletzt der Streichelzoo fanden reges Interesse und sorgten für Abwechselung und Unterhaltung.

Viel zu schnell verging der Nachmittag und erst kurz vor Schließung der Anlage trat man den Weg nach Hause wieder an.

Was tun, wenn sich einer deiner Freunde verletzt?

Dies war das Thema beim Stammtisch der ehrenamtlich tätigen Jugendlichen der evangelischen Kirchengemeinde Urmitz-Mülheim.
Ein lustiges Kennenlernspiel am Anfang lockerte die Atmosphäre. Eine Delegation des Jugendrotkreuzes ging auf mögliche Notfälle ein, die im Umgang mit Kindern und Jugendlichen bei Freizeitaktionen auftreten könnten. Fragen wie:

  • Was macht man, wenn ein Kind von einer Wespe in den Hals gestochen wird ?
  • Wie erkenne ich einen Sonnenstich ? Was ist eine Hitzeerschöpfung ?
  • Am Grill verbrannt……Ohje…
  • Wie reagiere ich wenn sich ein Jugendlicher verschluckt und keine Luft mehr bekommt ?
  • Zecke am Arm, und nun ?
  • Wie versorge ich Wunden (mit/ohne Fremdkörper), Brüche oder Verstauchungen/Prellungen ?
  • Wie setze ich einen Notruf ab, wann, wie …?

wurden gemeinsam besprochen, und als Fallbeispiele geübt.

Nach den zwei anspruchsvollen Unterrichtseinheiten wurde zusammen gegessen. Es gab Döner, Pizza und passend bei diesem tollen Wetter, Eis.
„Mit dieser Aktion wollen wir den Teilnehmern mehr Sicherheit in Notfallsituationen geben“ sagt Pfarrerin Stahlecker-Burtscheidt.

Der Termin für den nächsten Stammtisch steht noch nicht fest, es wird einen geben, da sind sich alle einig. Thema: Brainstorming: Welche mögliche Aktionen könnten wir anbieten ?